Glosse

Wenn’s um Geld geht… Spartasche

Für Shopaholics sind nicht unbedingt Diebe eine Gefahr fürs Portemonnaie, sondern sie selbst. Wie gut, dass eine Tasche jetzt Abhilfe schafft. Vielleicht kann auch der ADAC damit etwas anfangen

Es ist ein weit verbreitetes Klischee, dass Frauen beim Shoppen kein Maß kennen. Sie brauchen angeblich jemanden, der ihnen auf die Finger haut, wenn das Konto leer, der Einkaufswagen aber trotzdem voll ist. Eine australische Firma hat nun einen solchen elektronischen Fingerklopfer entwickelt. Eine Handtasche mit dem schönen Namen iBag (was Apple dazu sagt, bleibt abzuwarten), die dem hemmungslosen Einkaufen im wahrsten Sinn des Wortes einen Riegel vorschieben soll.

Das Portemonnaie der Süchtigen wird mit einem Chip versehen, der registriert, wie oft die Geldbörse an dem Tag schon aus der Tasche geholt wurde. Wenn das zu oft passiert, startet ein kleines LED-Feuerwerk zur Warnung, man steht dann also wie eine Leuchtboje vor der Kasse. Die Tasche kann zum Beispiel auch registrieren, wenn man sich in seinem Lieblingsshop befindet – und lässt sich dann einfach gar nicht mehr öffnen.

Budgetkontrolle für alle

Die Grundidee ist super, doch da gerade auch viele Männer nicht mit Geld umgehen können, braucht es eine Erweiterung des Sortiments. So wäre bei der Vereidigung der Großen Koalition ein iBag (Modell schwarzer Aktenkoffer) ein gutes Give-away gewesen, um die Träume und Wünsche der Ressorts im Rahmen, beziehungsweise des finanziell Machbaren zu halten. Da so ein kleines Lämpchen in der Tasche aber niemand sieht – vor allem nicht der Bürger, der die Zeche zahlt – sollte man lieber gleich eine Sirene aufs Dach des jeweiligen Ministeriums installieren.

Auch beim ADAC hätte ein elektronischer Wachhund besser zur Grundausstattung gehört. Nur den Griff aufs Portemonnaie zu verwehren, würde da aber wohl nicht ausreichen. Stattdessen empfiehlt sich zusätzlich eine automatische Wegfahr- und Wegflugsperre. Bei unsachgemäßem Einsatzbefehl fliegt der Hubschrauber dann eben nicht los, um schnell noch die Urlaubsmaschine zu erreichen, sondern bleibt auf dem Boden der Tatsachen.

Übrigens ist der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zufolge der suspendierte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wieder in Limburg gesehen worden. Da könnte man ja rein prophylaktisch auch ein Spartäschchen vorbeischicken – geschickt getarnt als Weihrauchfass.

Angelika Dehmel hat lange Zeit bei der „Financial Times Deutschland“ gearbeitet und deswegen ihre Finanzen selbstverständlich gut unter Kontrolle

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