Fußball

Macht Bayern die Liga langweilig?

Der FC Bayern München steht schon jetzt als Deutscher Meister fest. Seine erdrückende Überlegenheit droht die Bundesliga zur Langweiler-Veranstaltung zu degradieren. Doch es besteht Hoffnung

Triple. Schon Ende März Deutscher Meister, so früh wie noch kein Verein zuvor. Demnächst Pokalsieger. Und dann vielleicht noch ein Triple?

Dem FC Bayern München scheint derzeit alles zu gelingen. Ein hervorragender Kader, ein genialer Trainer und schier unerschöpfliche finanzielle Mittel verleihen der Truppe eine Überlegenheit, die in der Bundesliga-Geschichte ihresgleichen sucht. Das ist faszinierend und gleichzeitig erschreckend. Denn wenn kein deutscher Verein mehr in der Lage ist, die Bayern zu schlagen, wenn kein anderer Verein auch nur den Hauch einer Chance hat, den Münchnern den Titel abzujagen, dann wird die Bundesliga gähnend langweilig.

Doch es besteht Hoffnung. Denn eine Entwicklung ist schon jetzt absehbar. Die Bayern werden in der kommenden Saison – nach dem möglichen zweiten Triple in Folge, nach der anstrengenden WM – ein Motivationsproblem bekommen. Denn welches Ziel hat ein Team noch, das alles erreicht hat? Das einzige Ziel wird sein, den Status quo zu bewahren, und dies tötet in der Regel jegliche Kreativität, mit der die Bayern im Moment auf dem Platz glänzen. Hinzu kommt, dass der Verein nach dem Abgang von Uli Hoeneß erst einmal beweisen muss, dass er auch ohne seinen genialen Finanzmanager gut haushalten kann, um künftig teure Topspieler zu verpflichten.

Das ist die Lücke, in die andere deutsche Spitzenvereine stoßen können. Dortmund und Leverkusen haben das fußballerische Potenzial, das Motivationsloch der Bayern in der kommenden Saison auszunutzen. Wie gut das funktionieren kann, hat kürzlich Red Bull Salzburg bewiesen, der das bayerische Starensemble in einem Freundschaftsspiel geschlagen hat. In dem Spiel ging es für die Bayern um nichts.

Auch Mainz‘ Trainer hat gerade erst gezeigt, dass man den Münchnern mit einer klugen Taktik durchaus Paroli bieten kann. Es besteht also Hoffnung für die Bundesliga.

Andreas Theyssen, Autor in Berlin, ist seit Schülerzeiten Bayern-Fan. Doch die aktuelle Dominanz seines Lieblingsvereins findet auch er bedrohlich.

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