Justiz

Männer, ihr dürft stehen!

Meilenstein im Kampf gegen die „zunehmende Domestizierung des Mannes“: Düsseldorfer Richter sprechen ihren Mitmännern ausdrücklich das Recht zu, im Stehen zu pinkeln

Na bitte. Es gibt noch Richter in Deutschland, die im Kampf der Geschlechter mutig die Partei der Männer ergreifen. In einem jetzt bekannt gewordenen Urteil hat das Düsseldorfer Amtsgericht männlichen Mietern das Recht zugestanden, ihre Blase im Stehen zu entleeren. Mannhaft wiesen die Juristen vom Rhein das Ansinnen eines Hauseigentümers zurück, einen Teil der Mietkaution einbehalten zu dürfen, weil der Marmorboden der Toilette durch Urinspritzer abgestumpft sei. (Az.: 42 c 10583/14).

Der Richterspruch ist ein Meilenstein im Kampf um die Rettung des Mannes, der wegen der weiblichen Übermacht kurz davor steht, auf die Liste der bedrohten Arten gesetzt zu werden. Frauenförderung allerorten, Quoten in Dax-Konzernen, dazu der Vormarsch der Frauen an Schulen und Universitäten, eine Frau an der Spitze der Bundesregierung und drei Ministerpräsidentinnen in den Ländern – da muss Männern ja Angst und bange werden. Außerdem werden Männer häufiger arbeitslos und sterben früher.

Wie soll man(n) noch Terrain markieren, wenn auch noch im trauten Heim die Liebste ständig dazu mahnt, doch bitte im Sitzen das Wasser abzuschlagen, wie es so unvergleichlich schön bei Heinrich von Kleist im „Kohlhaas“ heißt. Wo bleibt das Männlich-Kantige eines Humphrey Bogart oder Bruce Willis, wenn man zum Rauchen auf den Balkon und mit dem Satz „Gentlemen, please take a seat“ auf der Toilette in die Knie gezwungen wird? Wenn jetzt auch noch der Vormarsch des Islam so ungebrochen weitergeht, vor dem die Pegida so unverdrossen glaubt warnen zu müssen, droht Männern bald auch das Verbot, eine Molle mit Korn zu zischen und Mettbrötchen zu essen.

Die Düsseldorfer Richter haben der „zunehmenden Domestizierung des Mannes“ – wie sie es formulierten – einen Riegel vorgeschoben. Ob dies ausreicht, um die Tradition des Stehpinkelns zu retten, darf bezweifelt werden. Denn unter dem Aktenzeichen 67 S 335/08 hat mit dem Landgericht Berlin schon vor Jahren eine höhere Instanz „dem früher herrschenden Brauch“, so die Rheinländer, einen schweren Rückschlag versetzt. Die Berliner stuften die Plätschergeräusche, die beim Urinieren im Stehen zwangsläufig zu hören sind, als „sehr penetrant“ein, so dass belästigte Nachbarn ihre Miete um zehn Prozent kürzen dürfen.

Volker Warkentin, Autor in Berlin, nimmt mit fast 64 Jahren auf weiblichen Druck immer öfter die Sitzposition ein. „Sitzpinkler“ ist trotzdem sein Lieblingsschimpfwort für Weicheier und Warmduscher.

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