Islam

Wo der Islam hingehört

Die Kanzlerin sorgt für Empörung durch ihren Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“. Vor allem bei ihren Parteifreunden. Das ist unnötig. Die Konservativen müssten nur einmal lesen

Der Satz ist abgekupfert bei Christian Wulff, dem glücklosesten aller Bundespräsidenten der Bundesrepublik. Doch Angela Merkel hat ihn sich zu eigen gemacht – als Statement gegen die Anti-Islam-Marschierer der Pegida-Demonstrationen.

„Der Islam gehört zu Deutschland“, hat die Kanzlerin gesagt. Und seitdem erntet sie Widerspruch. Von Altvorderen wie dem früheren SPD-Innenminister Otto Schily, vor allem aber von CSU-Leuten wie Horst Seehofer und Bayerns Innenminister Joachim Hermann. Und auch in der eigenen Partei.

Debatten sind immer gut. Aber diese Debatte ist überflüssig wie ein Kropf. Denn dass auch der Islam zu Deutschland gehört, ist nicht verhandelbar. Nicht, weil man den Islam und seine Anhänger nicht kritisieren dürfte. Nicht, weil man leugnet, dass Deutschlands Kultur christlich und jüdisch geprägt ist. Sondern, weil es in der deutschen Verfassung, dem Grundgesetz, so steht.

In Artikel 4, Absatz 1 des Grundgesetzes heißt es: „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“

Damit gehört der Islam zu Deutschland, genauso wie Christentum, die Zeugen Jehovas oder die Jogi-Flieger. Basta.

Andreas Theyssen, Autor in Berlin, ist Katholik. Dennoch kann er die Debatte, ob und wie der Islam zu Deutschland gehört, nicht nachvollziehen.

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